>>> Simone Harbert und Johannes Albert
poolbar::architektur::wettbewerb 2008
Poolbar wird «stuhlbar»
Der erste Platz des Poolbar-Architekturwettbewerbs 2008 geht an das Projekt «stuhlbar-himmlisch feiern» von Simone Harbert und Johannes Albert aus Halle an der Saale. In Kooperation mit dem Vorarlberger Architekturinstitut und der Wirtschaftskammer WKV wurde ein innovatives und praktikables Konzept zur temporären Gestaltung des Alten Hallenbades im vorarlberger Feldkirch gesucht. Die Jury hat sich aus 22 Wettbewerbsbeiträgen einstimmig für das Projekt "stuhlbar“ der beiden Innenarchitekturstudenten entschieden.
"Das poolbar-Festival (4.Juli bis 17.August 2008 in Feldkirch) beschränkt sich nicht auf ein anspruchs- und lustvolles Veranstaltungsprogramm, sondern präsentiert sich als gesamthaft zu verstehende kulturelle Kristallisation. Komprimiert auf ein Festival, gelebt im Alten Hallenbad im Reichenfeldpark. In Kooperation mit dem vai (Vorarlberger Architektur Institut) und der WKV (Wirtschaftskammer Vorarlberg) schrieb das poolbar-Festival deshalb erneut den poolbar::architektur::wettbewerb zur temporären Gestaltung des Alten Hallenbades aus.
«Innovation statt Materialschlacht» war eines der Kriterien der Ausschreibung, das sich Simone Harbert und Johannes Albert besonders zu Herzen genommen haben: Das Einbeziehen der Poolbar-Besucher und der Wunsch nach Nachhaltigkeit.“
Als Gestaltungskonzept sind grundlegend drei Ebenen geplant: der Himmel, Boden und die Feiernden.
Als flächenwirksames Gestaltungsmittel gibt es den Himmel, welcher als Decke mit abgehängten weißen Moltonlamellen konzipiert ist. Somit erlangt jeder Raum für sich eine organisierte und einheitliche Deckengestaltung. Elemente, die die Raumatmosphäre stören, wie Belüftungsrohre, Träger, bestehende Beleuchtung etc. werden verblendet, dennoch bleibt das Raumvolumen erhalten. Die weißen Lamellen sorgen für eine spürbare Verbesserung der Akustik, die Belüftung funktioniert unbeeinträchtigt und zusätzlich wird eine Steigerung der räumlichen Qualität geschaffen.
Der zweite Gestaltungsansatz wird durch eine Aktion beschrieben. Im Vorfeld der Veranstaltung wir durch Publikationen in lokalen Zeitungen und durch Radiobeiträge der Aufruf zur "Stuhlsammlung“ gegeben. Die Bewohner von Feldkirch und Umgebung können ihre ausgedienten Stühle, Bänke und Sessel zum weiteren nutzen abgeben. Die so gesammelten Sitzmöbel werden farblich durch das Einfärben der Beine vereinheitlicht, und werden so zum Teil des magentagefärbten Bodens. Das Sammelsurium an individuellen Stühlen verschmilzt durch Einfärben der Stuhlbeine im gleichen belebenden Magenta-Ton mit dem Boden. Auch bestehende Möbel und Bars der Vorjahre werden so in das neue Gestaltungskonzept integriert.
So entsteht das Gesamtbild von weißer Lamellendecke und magentafarbenden Fußboden.
Zwischen diesen Flächen feiern, tanzen und verweilen die Festivalbesucher auf den "neuen“ Stühlen welche sich trotz individuellster und größter Verschiedenheit in das Festivalkonzept einfügen. Auch die Besucher werden während des Festivals Teil der Gestaltung, sofern sie wollen: Magentafarbene Stulpen sind beim Eingang erhältlich. Wer will, vervollständigt so das Bild der bis Kniehöhe eingefärbten Welt.
Verbunden mit dem Preisgeld von 1200 Euro steht die Realisierung des Konzeptes für das Festival im Juli/August 2008 an.
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